Wenn die Meldung „DNS Server antwortet nicht“ erscheint, besteht zwar meist eine Internetverbindung, aber Webseiten lassen sich nicht aufrufen. Der Grund: Der Domain Name Server übersetzt Internetadressen wie google.de in IP-Adressen. Funktioniert diese Namensauflösung nicht, bleiben Seiten leer oder laden nicht.
In über 80 Prozent der Fälle liegt die Ursache an einem temporären Router-Fehler, einer falschen Netzwerkeinstellung oder einem nicht erreichbaren DNS-Server des Internetanbieters.
Schnell prüfen: Besteht Internet ohne DNS?
Ein einfacher Test hilft, das Problem einzugrenzen.
Im Browser die IP-Adresse 8.8.8.8 eingeben.
Lädt eine Seite, funktioniert die Internetverbindung grundsätzlich. Dann liegt es eindeutig an der DNS-Auflösung.
Lädt auch diese IP nicht, besteht ein allgemeines Internetproblem.
Router neu starten
Der schnellste Weg ist ein kompletter Neustart des Routers.
Router vom Strom trennen, mindestens 60 Sekunden warten, wieder anschließen und vollständig hochfahren lassen. Danach erneut testen.
Viele DNS-Probleme entstehen durch hängende Router-Dienste oder fehlerhafte Cache-Einträge.
DNS-Cache am Gerät leeren
Windows speichert DNS-Einträge lokal. Ein fehlerhafter Eintrag kann die Verbindung blockieren.
Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und eingeben:
ipconfig /flushdns
Anschließend:
ipconfig /release
ipconfig /renew
Danach Browser neu starten.
DNS-Server manuell ändern
Häufig liegt die Ursache beim DNS-Server des Providers. In diesem Fall hilft es, einen alternativen Server einzutragen.
Im Netzwerkadapter folgende DNS-Adressen testen:
Primär: 8.8.8.8
Sekundär: 8.8.4.4
Oder:
Primär: 1.1.1.1
Sekundär: 1.0.0.1
Danach Verbindung trennen und neu herstellen.
Netzwerkeinstellungen prüfen
Kontrollieren Sie:
- IP-Adresse automatisch beziehen aktiviert?
- DNS automatisch beziehen aktiviert?
- Kein Proxy-Server aktiv?
Ein aktivierter Proxy kann ebenfalls DNS-Fehler verursachen.
Firewall und Sicherheitssoftware prüfen
Manche Sicherheitsprogramme blockieren DNS-Anfragen. Besonders nach Updates können Fehlkonfigurationen auftreten.
Testweise die Sicherheitssoftware kurz deaktivieren und prüfen, ob Webseiten wieder laden.
IPv6 als Test deaktivieren
In seltenen Fällen entstehen DNS-Probleme durch fehlerhafte IPv6-Konfigurationen.
Im Netzwerkadapter IPv6 testweise deaktivieren, Verbindung neu herstellen und erneut prüfen.
Router-DNS direkt ändern
Im Router-Menü kann statt „DNS vom Anbieter beziehen“ ein externer DNS-Server eingetragen werden. Das ist oft stabiler, wenn der Provider-DNS ausfällt.
Nach Änderung Router neu starten.
Störung beim Anbieter
Wenn mehrere Geräte gleichzeitig den DNS-Fehler anzeigen, liegt häufig eine Störung beim Provider vor.
Hinweise:
- Internet-LED leuchtet stabil
- Webseiten laden nicht
- Ereignisprotokoll zeigt keine DSL-Fehler
In diesem Fall hilft meist nur Abwarten oder die Nutzung eines alternativen DNS-Servers.
Wann ein größeres Problem vorliegt
Wenn DNS-Fehler regelmäßig auftreten, kann ein strukturelles Problem bestehen:
- Veraltete Router-Firmware
- Defekter Router
- Fehlerhafte DHCP-Verteilung
- Netzwerk mit mehreren Routern
In solchen Fällen empfiehlt sich ein Firmware-Update oder eine saubere Neuinstallation der Netzwerkeinstellungen.
DNS Server antwortet nicht – tiefergehende Ursachen verstehen
Ein DNS-Fehler wirkt oft wie ein kompletter Internetausfall, obwohl die Leitung technisch funktioniert. Der entscheidende Punkt ist: Ohne funktionierende Namensauflösung kann kein Browser Internetseiten finden. Das betrifft nicht nur Webseiten, sondern auch E-Mail-Programme, Cloud-Dienste, Streaming-Plattformen und App-Updates.
Viele Router speichern DNS-Anfragen zwischen, um Seiten schneller zu laden. Dieser sogenannte DNS-Cache kann fehlerhafte Einträge enthalten. Wenn beispielsweise ein Server kurzfristig nicht erreichbar war, speichert das Gerät unter Umständen eine falsche Rückmeldung. Dadurch erscheint der Fehler weiterhin, obwohl der DNS-Server längst wieder arbeitet. Ein Neustart oder Cache-Leeren behebt genau dieses Szenario.
Warum DNS-Probleme oft abends auftreten
Abends zwischen 18 und 22 Uhr steigt die Internetnutzung stark an. Provider-DNS-Server können in dieser Zeit stärker ausgelastet sein. Während die Internetverbindung selbst stabil bleibt, reagieren DNS-Server verzögert oder gar nicht. Das äußert sich durch:
- Webseiten laden erst nach mehreren Sekunden
- Einzelne Seiten funktionieren, andere nicht
- Apps melden Verbindungsfehler
Ein externer DNS-Server kann in solchen Situationen spürbar stabiler arbeiten.
DNS im Heimnetz richtig konfigurieren
Standardmäßig bezieht der Router die DNS-Adressen automatisch vom Internetanbieter. Wer häufiger Probleme hat, kann dauerhaft alternative DNS-Server im Router hinterlegen. Dadurch profitieren alle Geräte im Netzwerk automatisch von der stabileren Namensauflösung.
Wichtig ist dabei:
- Nur eine zentrale DNS-Quelle nutzen
- Keine Mischung aus manuellen und automatischen Einstellungen
- Router nach Änderung neu starten
Wenn mehrere Router oder Access Points im Einsatz sind, sollte nur der Hauptrouter DNS-Server verteilen.
IPv4 und IPv6 als Fehlerquelle
Moderne Anschlüsse nutzen häufig sowohl IPv4 als auch IPv6. Wenn IPv6 aktiviert ist, aber nicht korrekt funktioniert, kann es zu DNS-Zeitüberschreitungen kommen. Geräte versuchen dann zunächst über IPv6 aufzulösen, bevor sie auf IPv4 zurückfallen.
Typisches Anzeichen: Webseiten laden erst nach längerer Verzögerung. In solchen Fällen kann es helfen, IPv6 testweise zu deaktivieren oder die Router-Firmware zu aktualisieren.
DNS und VPN-Verbindungen
Wer ein VPN nutzt, verwendet meist automatisch andere DNS-Server. Wenn das VPN getrennt wird, kann es vorkommen, dass das System weiterhin auf einen nicht erreichbaren DNS-Server verweist.
Lösung:
VPN vollständig trennen
Netzwerkverbindung kurz deaktivieren
DNS-Cache leeren
Danach sollte wieder die normale Namensauflösung greifen.
Router-Firmware als Stabilitätsfaktor
Ältere Router-Firmware kann DNS-Probleme verursachen, insbesondere bei hoher Netzwerklast oder vielen verbundenen Geräten. Firmware-Updates verbessern häufig:
- DNS-Caching
- IPv6-Kompatibilität
- DHCP-Verteilung
- Stabilität bei Parallelanfragen
Ein Update ist besonders sinnvoll, wenn DNS-Fehler regelmäßig auftreten.
Sicherheitsaspekte beachten
Manche Schadprogramme ändern DNS-Server unbemerkt. Wenn plötzlich unbekannte DNS-Adressen eingetragen sind, sollte das System geprüft werden. Im Router-Menü lässt sich schnell erkennen, welche DNS-Server aktiv sind.
Ein sicher konfiguriertes Heimnetz nutzt:
- Starkes Router-Passwort
- Aktuelle Firmware
- Kein unnötig aktiviertes Fernmanagement
Dauerhafte Stabilität erreichen
Um DNS-Probleme langfristig zu vermeiden, empfiehlt sich:
Router regelmäßig neu starten (alle paar Monate)
Firmware aktuell halten
Alternative DNS-Server im Router hinterlegen
Nur einen DHCP-Server im Netzwerk betreiben
Keine unnötigen Netzwerkgeräte parallel betreiben
Damit bleibt die Namensauflösung auch bei hoher Last stabil.
Zusammenfassung
Wenn der DNS Server nicht antwortet, liegt das Problem meist nicht an der Internetleitung, sondern an der Namensauflösung. Durch Router-Neustart, Leeren des DNS-Caches, manuelles Setzen eines alternativen DNS-Servers und Überprüfung der Netzwerkeinstellungen lassen sich die meisten Fälle sofort beheben. Erst bei wiederholten Störungen sollte der Anbieter kontaktiert oder die Router-Konfiguration grundlegend überprüft werden.
Häufige Fragen zum DNS-Fehler
Warum habe ich WLAN, aber keine Webseiten laden?
Die Internetverbindung steht, aber der DNS-Server antwortet nicht. Ein alternativer DNS-Server löst das Problem häufig sofort.
Ist ein DNS-Fehler gefährlich?
Nein, aber ohne funktionierende Namensauflösung können keine Internetseiten geladen werden.
Warum funktioniert mein Internet per LAN, aber nicht im Browser?
Dann besteht die physische Verbindung, aber die DNS-Auflösung schlägt fehl. Ein alternativer DNS-Server oder ein Neustart behebt das Problem häufig.
Kann mein Router selbst der DNS-Server sein?
Ja, viele Router leiten DNS-Anfragen intern weiter. Wenn dieser Dienst hängt, entstehen genau solche Fehlermeldungen.
Warum funktionieren manche Webseiten, andere nicht?
Manche Seiten sind bereits im Cache gespeichert oder nutzen andere Server. Ein DNS-Fehler betrifft nicht immer jede Adresse gleichzeitig.
Ist ein externer DNS-Server schneller?
Oft ja, insbesondere wenn der Anbieter-DNS stark ausgelastet ist. Geschwindigkeit und Stabilität können sich verbessern.
Kann WLAN die Ursache sein?
Nur indirekt. Wenn WLAN instabil ist, können DNS-Anfragen abbrechen. Das Problem liegt dann eher an der Funkverbindung.
Wie erkenne ich einen DNS-Fehler im Router?
Im Ereignisprotokoll finden sich Hinweise auf Zeitüberschreitungen oder fehlgeschlagene Anfragen. Auch wenn die Internetverbindung als aktiv angezeigt wird, aber keine Webseiten laden, ist DNS verdächtig.
Muss ich den Router zurücksetzen?
Nur wenn wiederholt DNS-Probleme auftreten und andere Maßnahmen keine Wirkung zeigen. Vorher sollten Zugangsdaten gesichert werden.
Warum hilft ein Neustart so oft?
Weil DNS-Cache und Netzwerkdienste neu initialisiert werden. Temporäre Fehler verschwinden dadurch häufig sofort.
Kann ein Virus DNS-Probleme verursachen?
Selten, aber möglich. In den meisten Fällen liegt die Ursache bei Router oder Anbieter.
Warum funktioniert 8.8.8.8, aber keine Webseite?
Das zeigt, dass nur die DNS-Auflösung gestört ist. Die Internetverbindung selbst funktioniert.
Sollte ich den Router zurücksetzen?
Nur wenn Neustart und DNS-Wechsel keine Wirkung zeigen. Vorher sollten Zugangsdaten gesichert werden.