Fritzbox vergibt keine neuen IP-Adressen mehr: DHCP-Server und Lease-Zeit korrigieren

Lesedauer: 8 Min
Aktualisiert: 14. Juli 2026 04:24

Wenn neue Geräte im Heimnetz keine IP-Adresse erhalten, liegt die Ursache häufig am DHCP-Server der FRITZ!Box, an einem erschöpften Adressbereich oder an einer ungewöhnlich langen Lease-Zeit. Prüfe zuerst, ob nur ein Gerät oder das gesamte Netzwerk betroffen ist. Besteht das Problem bei mehreren Geräten, öffne die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box und kontrolliere den DHCP-Bereich unter „Heimnetz“ und „Netzwerk“.

Bevor du Einstellungen änderst, solltest du außerdem prüfen, ob die FRITZ!Box selbst erreichbar ist, ob das Gerät mit dem richtigen WLAN verbunden ist und ob ein weiterer Router, Repeater oder Access Point ebenfalls als DHCP-Server arbeitet. Zwei DHCP-Server im selben Netz können zu falschen oder fehlenden Adressen führen.

Woran du den DHCP-Fehler erkennst

Der DHCP-Server verteilt automatisch Netzwerkdaten wie IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway und DNS-Server. Ohne diese Angaben kann ein Smartphone, Computer, Drucker oder anderes Netzwerkgerät zwar WLAN-Empfang anzeigen, aber nicht richtig mit dem Heimnetz oder Internet kommunizieren.

Eine typische automatische Notfalladresse beginnt bei vielen Geräten mit 169.254. Sie zeigt meist, dass der Client keine gültige Adresse vom DHCP-Server bekommen hat. Auch eine dauerhaft vorhandene alte Adresse kann auf einen anderen Fehler hindeuten: Das Gerät war möglicherweise mit einem anderen Netzwerk verbunden, verwendet eine manuelle IP-Adresse oder hat seine Netzwerkkonfiguration nicht aktualisiert.

Ordne die Störung zunächst ein:

  • Nur ein Gerät ist betroffen: Prüfe dessen WLAN, Netzwerkeinstellungen und gespeicherte IP-Konfiguration.
  • Mehrere neue Geräte scheitern, bereits verbundene Geräte funktionieren: Ein zu kleiner DHCP-Bereich oder belegte Adressen sind wahrscheinlich.
  • Alle Geräte verlieren die Verbindung: Prüfe Router, Netzwerkdienst, Kabel, WLAN und mögliche Doppel-Router-Konfigurationen.
  • LAN funktioniert, WLAN nicht: Dann liegt die Ursache eher bei WLAN, Gastnetz, Repeater oder der Funkverbindung als beim DHCP-Dienst selbst.

DHCP-Bereich in der FRITZ!Box prüfen

Melde dich an der Benutzeroberfläche der FRITZ!Box an. Die genaue Darstellung kann je nach FRITZ!OS-Version etwas abweichen, die Einstellung befindet sich normalerweise unter „Heimnetz“ und „Netzwerk“. Öffne dort die Netzwerkeinstellungen oder die IPv4-Einstellungen des Heimnetzes.

Suche nach dem Bereich für den DHCP-Server. Dort werden Start- und Endadresse festgelegt, aus denen die FRITZ!Box automatisch IP-Adressen vergibt. In einem typischen Heimnetz mit der Routeradresse 192.168.178.1 könnte ein Bereich wie 192.168.178.20 bis 192.168.178.200 verwendet werden. Diese Beispielwerte sind keine allgemeine Vorgabe. Maßgeblich ist das Netz, das deine FRITZ!Box tatsächlich nutzt.

Wenn der Bereich sehr klein ist, kannst du ihn vorsichtig erweitern. Vermeide dabei Adressen, die bereits für feste Netzwerkgeräte vorgesehen sind. Änderungen werden erst nach dem Speichern wirksam und können dazu führen, dass Geräte ihre Verbindung kurz verlieren.

Belegte Adressen und alte Einträge bereinigen

In der Netzwerkübersicht der FRITZ!Box siehst du bekannte und aktuell verbundene Geräte. Alte Einträge bedeuten nicht automatisch, dass eine Adresse dauerhaft blockiert ist. Entscheidend ist, ob der DHCP-Bereich tatsächlich ausgeschöpft ist und ob die FRITZ!Box noch freie Adressen anzeigen kann.

Entferne veraltete Einträge nur, wenn du das jeweilige Gerät sicher zuordnen kannst. Bei Geräten mit dauerhafter Registrierung oder einer aktivierten Option wie „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“ solltest du nicht vorschnell löschen. Solche Reservierungen sind sinnvoll, wenn Drucker, NAS-Systeme oder Server stets unter derselben Adresse erreichbar sein sollen.

Prüfe bei einer großen Zahl unbekannter Geräte außerdem die WLAN-Sicherheit. Ändere bei Bedarf das WLAN-Passwort, kontrolliere die verbundenen Geräte und verwende ein Gastnetz für Besucher und einfache Smart-Home-Geräte. Ein Gastnetz verhindert nicht jede mögliche Fehlkonfiguration, trennt die Geräte aber vom eigentlichen Heimnetz.

Lease-Zeit sinnvoll einstellen

Die Lease-Zeit bestimmt, wie lange ein Gerät seine automatisch erhaltene IP-Adresse verwenden darf. Vor Ablauf fragt der Client normalerweise nach einer Verlängerung. Eine lange Lease-Zeit ist in einem stabilen privaten Heimnetz meist unproblematisch, kann bei vielen wechselnden Geräten aber dazu führen, dass Adressen länger gebunden bleiben, als sie benötigt werden.

Anleitung
1Prüfe die Statusanzeigen der FRITZ!Box und stelle fest, ob das Problem nur ein Gerät oder mehrere Teilnehmer betrifft.
2Kontrolliere, ob das Gerät im normalen WLAN, im Gastnetz oder über einen Repeater verbunden ist.
3Öffne die Netzwerkübersicht und prüfe DHCP-Bereich, Routeradresse sowie bekannte Geräte.
4Stelle sicher, dass kein zweiter Router oder Access Point ebenfalls IP-Adressen verteilt.
5Kontrolliere am Client, ob IP-Adresse und DNS automatisch bezogen werden — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Die Einstellung findest du ebenfalls in den IPv4-Netzwerkeinstellungen der FRITZ!Box. Verkürze die Lease-Zeit nicht wahllos auf einen sehr kurzen Wert. Dadurch entstehen häufigere Erneuerungen und zusätzlicher Verwaltungsaufwand, ohne die eigentliche Ursache zu beseitigen.

Eine kürzere Zeit kann sinnvoll sein, wenn sich regelmäßig viele Gäste verbinden oder wenn Geräte häufig wechseln. Für ein dauerhaft genutztes Heimnetz mit wenigen Geräten ist eine längere Einstellung normalerweise ausreichend. Nach einer Änderung müssen bestehende Clients nicht immer sofort eine neue Adresse anfordern. Trenne deshalb das betroffene Gerät kurz vom Netzwerk oder starte dessen Netzwerkverbindung neu.

IP-Adresse am betroffenen Gerät neu anfordern

Bevor du die FRITZ!Box zurücksetzt, erneuere die Netzwerkverbindung des Clients. Schalte WLAN aus und wieder ein oder trenne das LAN-Kabel für einige Sekunden. Bei einem Smartphone kann es helfen, das WLAN-Netz zu entfernen und das Kennwort erneut einzugeben. Dabei wird die gespeicherte Verbindung neu aufgebaut.

Bei Computern kannst du die automatische Konfiguration prüfen. Die Netzwerkeinstellung muss auf eine automatisch bezogene IP-Adresse und einen automatisch bezogenen DNS-Server eingestellt sein. Eine manuell eingetragene Adresse außerhalb des FRITZ!Box-Netzes verhindert die DHCP-Zuweisung nicht nur scheinbar, sondern umgeht sie vollständig.

Wenn du einen Windows-PC verwendest, kannst du die Netzwerkkonfiguration mit den Windows-Befehlen zur Freigabe und Erneuerung der IP-Adresse aktualisieren. Die Windows-spezifischen Befehle sind für die FRITZ!Box nicht entscheidend; wichtig ist das Ergebnis: Der Computer sollte eine Adresse aus dem DHCP-Bereich, die Routeradresse als Gateway und einen erreichbaren DNS-Server erhalten.

Weitere DHCP-Server im Heimnetz ausschließen

Ein zusätzlicher Router ist eine häufige Ursache für widersprüchliche IP-Adressen. Das passiert etwa, wenn ein alter Router hinter der FRITZ!Box weiter im Routermodus läuft. Beide Geräte versuchen dann, Adressen zu verteilen. Einige Clients erhalten eine Adresse von der FRITZ!Box, andere vom zweiten Router. Dadurch können Internetzugang, Druckerzugriff und Geräteerkennung unzuverlässig werden.

Wenn der zweite Router nur als Access Point oder Switch dienen soll, muss sein DHCP-Server deaktiviert werden. Die genaue Einstellung hängt vom Hersteller ab. Verbinde ihn anschließend über den vorgesehenen LAN-Anschluss oder die vom Hersteller beschriebene Betriebsart. Bei Mesh-Geräten und Repeatern sollte der DHCP-Dienst normalerweise nicht zusätzlich aktiviert werden, sofern sie im vorgesehenen Mesh- oder Bridge-Modus arbeiten.

Auch ein falsch angeschlossenes Kabel kann die Ursache sein. Ein zusätzlicher Router darf nicht versehentlich so eingebunden werden, dass zwei getrennte Netzbereiche miteinander konkurrieren. Prüfe bei komplexeren Installationen die Routerrollen, die IP-Netze und die Verkabelung, bevor du weitere Adressen freigibst.

IPv4, IPv6 und Gastnetz unterscheiden

Der DHCP-Server der FRITZ!Box verteilt IPv4-Adressen. IPv6 verwendet andere Verfahren und kann unabhängig davon funktionieren. Ein Gerät kann deshalb eine IPv6-Adresse besitzen, während die IPv4-Zuweisung fehlschlägt. Das erklärt, warum einzelne Dienste erreichbar sind, während andere Verbindungen nicht funktionieren.

Prüfe außerdem, ob das Gerät mit dem normalen WLAN oder dem Gastzugang verbunden ist. Im Gastnetz gelten eigene Regeln und ein eigener Adressbereich. Geräte im Gastnetz können normalerweise nicht auf Drucker, NAS-Systeme oder andere Teilnehmer des privaten Heimnetzes zugreifen. Das ist eine gewollte Trennung und kein DHCP-Fehler.

Prüfliste für die Fehlersuche

  1. Prüfe die Statusanzeigen der FRITZ!Box und stelle fest, ob das Problem nur ein Gerät oder mehrere Teilnehmer betrifft.
  2. Kontrolliere, ob das Gerät im normalen WLAN, im Gastnetz oder über einen Repeater verbunden ist.
  3. Öffne die Netzwerkübersicht und prüfe DHCP-Bereich, Routeradresse sowie bekannte Geräte.
  4. Stelle sicher, dass kein zweiter Router oder Access Point ebenfalls IP-Adressen verteilt.
  5. Kontrolliere am Client, ob IP-Adresse und DNS automatisch bezogen werden.
  6. Trenne die Netzwerkverbindung kurz und fordere anschließend eine neue Adresse an.
  7. Prüfe Firmware, Kabel und Netzteil, bevor du Einstellungen dauerhaft veränderst.
  8. Sichere wichtige Konfigurationsdaten, bevor du eine größere Änderung oder einen Reset ausführst.

Wann ein Neustart oder Werksreset sinnvoll ist

Ein normaler Neustart kann helfen, wenn der Netzwerkdienst der FRITZ!Box nach längerer Laufzeit nicht mehr korrekt arbeitet. Schalte die Box über die vorgesehene Funktion oder durch kurzes Trennen der Stromversorgung neu und warte, bis Internetzugang und WLAN wieder vollständig verfügbar sind.

Ein Werksreset ist dagegen nur die letzte Maßnahme. Dabei gehen unter anderem WLAN-Namen, Passwörter, Telefonieeinstellungen, Portfreigaben, VPN-Konfigurationen und individuelle Netzwerkdaten verloren. Sichere die Konfiguration und stelle sicher, dass du die Zugangsdaten deines Anschlusses griffbereit hast. Wenn nur ein kleiner DHCP-Bereich falsch eingestellt ist, wäre ein Reset unverhältnismäßig.

Bleibt die Vergabe neuer IP-Adressen trotz korrekter Einstellungen, kann ein Defekt, eine fehlerhafte Firmware oder eine ungewöhnliche Netzwerkkonfiguration vorliegen. Bei mehreren betroffenen Haushalten oder gleichzeitig gestörtem Internetzugang solltest du zusätzlich den Status deines Anbieters prüfen.

Fragen und Antworten zur IP-Vergabe der FRITZ!Box

Warum bekommen alte Geräte eine IP-Adresse, neue aber nicht?

Bereits verbundene Geräte besitzen oft noch eine gültige Lease und funktionieren deshalb weiter. Neue Geräte benötigen einen freien Eintrag aus dem DHCP-Bereich, der bei einem zu kleinen oder erschöpften Bereich nicht mehr verfügbar sein kann.

Kann eine lange Lease-Zeit die IP-Vergabe verhindern?

Bei vielen häufig wechselnden Geräten kann eine lange Lease-Zeit freie Adressen unnötig lange binden. In einem normalen Heimnetz ist sie jedoch selten die alleinige Ursache. Prüfe zuerst die Größe des DHCP-Bereichs und weitere DHCP-Server.

Welche IP-Adresse sollte die FRITZ!Box selbst haben?

Die Routeradresse muss zum lokalen IPv4-Netz passen und darf nicht mit einem anderen Gerät kollidieren. Welche Adresse verwendet wird, siehst du in den Heimnetz- beziehungsweise IPv4-Einstellungen der Benutzeroberfläche.

Was bedeutet eine Adresse im Bereich 169.254?

Eine solche Adresse wird häufig automatisch vergeben, wenn kein DHCP-Server antwortet. Prüfe WLAN oder Kabel, starte die Verbindung neu und kontrolliere anschließend, ob der Client eine Adresse aus dem Heimnetz erhalten hat.

Verhindert ein Repeater die Vergabe neuer IP-Adressen?

Ein korrekt eingebundener Repeater reicht DHCP-Anfragen normalerweise zur FRITZ!Box weiter. Probleme entstehen eher bei einem zusätzlichen Routermodus, einer fehlerhaften Mesh-Einbindung oder einer instabilen Verbindung zwischen Repeater und Basis.

Wann sollte ich den Provider kontaktieren?

Wende dich an den Anbieter, wenn die FRITZ!Box nicht synchronisiert, mehrere Netzwerkfunktionen gleichzeitig ausfallen oder ein Neustart keine Änderung bringt. Für einen reinen DHCP-Fehler innerhalb des Heimnetzes ist zunächst die lokale Konfiguration entscheidend.

Beginne mit dem DHCP-Bereich und der Frage, ob ein zweites Gerät Adressen verteilt. Erst wenn diese Punkte stimmen, lohnen sich Änderungen an der Lease-Zeit oder ein Neustart. So bleibt die bestehende Konfiguration erhalten und die Ursache lässt sich meist ohne vollständige Neueinrichtung eingrenzen.

Checkliste
  • Nur ein Gerät ist betroffen: Prüfe dessen WLAN, Netzwerkeinstellungen und gespeicherte IP-Konfiguration.
  • Mehrere neue Geräte scheitern, bereits verbundene Geräte funktionieren: Ein zu kleiner DHCP-Bereich oder belegte Adressen sind wahrscheinlich.
  • Alle Geräte verlieren die Verbindung: Prüfe Router, Netzwerkdienst, Kabel, WLAN und mögliche Doppel-Router-Konfigurationen.
  • LAN funktioniert, WLAN nicht: Dann liegt die Ursache eher bei WLAN, Gastnetz, Repeater oder der Funkverbindung als beim DHCP-Dienst selbst.

Wie hilfreich war dieser Beitrag?
Noch keine Bewertung · 0 Bewertungen

Unsere Experten

Tobias Kramer

Tobias Kramer

Spezialisiert auf Router-Einrichtung, WLAN-Probleme und Heimnetzwerke. Tobias erklärt technische Lösungen verständlich und praxisnah.

Lukas Neumann

Lukas Neumann

Fokus auf Firmware, Sicherheit und Netzwerk-Optimierung. Lukas analysiert technische Hintergründe klar und strukturiert.

Schreibe einen Kommentar